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Deformationen

Nasolabialfalte: die Falte, die keine Hautfalte ist.

Die Falte von der Nase zum Mundwinkel ist keine Hautfalte. Sie ist die Folge einer abgesunkenen Wange.

Was sie ist

Die Nasolabialfalte läuft vom Nasenflügel zum Mundwinkel. Jeder hat sie, wenn er lacht. Zum Problem wird sie, wenn sie bleibt – und dann wird sie behandelt, als wäre sie eine Falte in der Haut. In unserem Verständnis ist sie das nicht. Sie ist die Kante, an der eine abgesunkene Wange auf die Oberlippe trifft.

Der Name sagt schon, worum es geht: naso für die Nase, labial für die Lippe. Die Falte verbindet die beiden – und sie ist genau die Grenze zwischen zwei Bereichen, die unterschiedlich getragen werden. Oberhalb liegt die Wange mit ihren Fettpaketen, ihrer Muskulatur und der Faszie, die alles hält. Unterhalb liegt die Oberlippe, die fest am Mundring hängt. Sinkt die Wange, schiebt sie sich über diese Grenze. Die Lippe bleibt, wo sie ist. Und die Kante dazwischen wird zur Falte.

Woher sie kommt

Das mittlere Gesichtsdrittel wird von Strukturen getragen, die mit den Jahren nachgeben: Die Muskulatur der Wange verkürzt sich und bleibt in Dauerspannung, die Faszie darunter verhärtet, die Fettpakete, die die Wange formen, rutschen nach unten. Die Wange sinkt – wir nennen das die Ptose – und schiebt sich über die Falte. Die Falte wird nicht tiefer, weil die Haut nachlässt. Sie wird tiefer, weil mehr Gewicht darauf liegt.

Deshalb sieht man sie auch bei Frauen, die noch keine Falten haben. Sie ist eine Deformation, kein Zeichen des Alters.

Drei Dinge wirken dabei zusammen, und keines davon sitzt in der Haut:

Woran du erkennst, was bei dir der Fall ist

Stell dich vor den Spiegel und leg zwei Finger flach auf den Wangenknochen, schräg oberhalb der Falte. Schieb die Wange sanft nach oben und außen, in Richtung Schläfe. Verschwindet die Falte fast, liegt die Ursache dort, wo deine Finger sind: in der Wange, die nicht mehr getragen wird. Bleibt sie, obwohl die Wange oben ist, geht es eher um die Spannung am Mundring selbst – die Muskeln rund um den Mund, die die Oberlippe nach oben und die Mundwinkel nach unten ziehen.

Meistens ist es beides, nur in unterschiedlichem Verhältnis. Und fast immer ist es auf den beiden Seiten verschieden. Die Seite, auf der du schläfst, die Seite, auf der du kaust, die Seite, auf der du beim Nachdenken die Wange hochziehst – jede Gewohnheit hinterlässt Spannung. Deshalb beginnt jede Behandlung in der LNA-Methode mit dem Lesen des Gesichts, nicht mit dem Griff.

Der Alterungstyp entscheidet mit

Nicht jede Nasolabialfalte hat dieselbe Geschichte. Beim lymphatischen Typ liegt oft Wasser im Gewebe der Wange; sie ist schwer, nicht schlaff, und die Falte darunter ist die Kante dieses Gewichts. Hier ist die erste Aufgabe der Abtransport – regelmäßig, sanft, in die richtige Richtung. Beim trockenen Typ ist es umgekehrt: Wenig Volumen, feine Haut, die Wange wirkt eingefallen, und die Falte zeichnet sich früh und scharf ab, weil kaum etwas da ist, das sie abfedert. Hier wird aufgebaut, mit Geduld und in größeren Abständen. Was dem einen Typ hilft, wäre für den anderen zu viel.

Der deformative Zustand kann bei beiden dazukommen: die Ptose, die abgesunkene Wange, die sich über Jahre aus Dauerspannung, verhärteter Faszie und verengten Wegen aufgebaut hat. Sie ist erworben – und deshalb lässt sich an ihr arbeiten.

Was nicht hilft

Wer die Falte auffüllt, füllt die Kante auf – die Wange darüber bleibt, wo sie ist, und sinkt weiter. Wer die Haut darüber glättet, glättet die Oberfläche einer Struktur, die nachgibt. Beides behandelt die Folge. Die Ursache liegt zwei Zentimeter höher.

Auch Gesichtsgymnastik geht in unserem Verständnis am Problem vorbei: Die Muskulatur der Wange ist nicht zu schwach, sie ist zu angespannt. Wer sie trainiert, spannt sie weiter an – und zieht das Gewebe noch fester in die Richtung, in die es ohnehin schon zieht. Und eine Streichmassage an der Oberfläche erreicht die Schicht nicht, um die es geht. Sie tut gut, sie durchblutet die Haut, aber sie verändert nicht, was die Wange trägt.

Was wir tun

Wir arbeiten an der Wange, nicht an der Falte: am mittleren Gesichtsdrittel, an der Muskulatur, die verkürzt ist, an der Faszie, die sie hält, am Mundring. Mit den Händen, tief, ohne Geräte. Wird die Wange wieder getragen, hat die Falte weniger zu tragen.

Eine Behandlung läuft dabei immer in derselben Reihenfolge, von unten nach oben: Zuerst wird die Dauerspannung aus der Muskulatur gelöst, dann die Faszie wieder beweglich gemacht, dann bekommen die Wege für Blut und Lymphe Raum. Erst wenn das Gewebe darunter wieder arbeitet, kümmern wir uns um die Fettpakete und die Form der Wange. Die Haut kommt zuletzt – sie folgt dem, was unter ihr geschieht.

Im Expertenkurs ist das der Teil „Mittleres Gesichtsdrittel" mit den Detailmodulen Mundring und Nase, dazu die Anamnese dieses Drittels: was du siehst, was du tastest, was du daraus schließt. Im Hauskurs lernst du, dein Gesicht zu analysieren und die Griffe an dir selbst anzuwenden – mit Spiegel, mit deinen Händen, in deinem Tempo.

Was du selbst beachten kannst

Bis dahin drei Dinge, die keinen Griff brauchen. Erstens: Achte darauf, worauf du schläfst. Wer jede Nacht mit der Wange ins Kissen drückt, drückt sie acht Stunden lang in die Richtung, in die sie nicht soll. Zweitens: Kau auf beiden Seiten. Die einseitige Kauseite ist fast immer die mit der tieferen Falte. Drittens: Beobachte deine Ruhespannung. Viele Frauen halten den Mundring den ganzen Tag leicht angespannt, ohne es zu merken – beim Lesen, beim Tippen, beim Konzentrieren. Wer das einmal bemerkt, kann loslassen. Das ersetzt keine Behandlung, aber es hört auf, dagegen zu arbeiten.

Häufige Fragen

Ist die Nasolabialfalte ein Zeichen des Alters?

Nicht zwingend. Jeder Mensch hat sie beim Lachen, und bei vielen bleibt sie schon mit Mitte zwanzig sichtbar. In unserem Verständnis zeigt sie nicht das Alter, sondern den Zustand der Wange darüber: Wie viel Gewicht auf der Falte liegt, entscheidet, wie tief sie ist.

Warum ist die Falte auf einer Seite tiefer als auf der anderen?

Weil kaum ein Gesicht symmetrisch ist. Die Seite, auf der du schläfst, kaust oder die Stirn runzelst, hat eine andere Spannung als die andere. Deshalb wird in der LNA-Methode jede Gesichtshälfte für sich analysiert und behandelt – derselbe Griff links dreimal, rechts vielleicht neunmal.

Helfen Cremes oder Gesichtsübungen gegen die Nasolabialfalte?

Eine Creme wirkt an der Haut, die Ursache liegt darunter. Und wer eine verkürzte, überspannte Wangenmuskulatur trainiert, spannt sie in unserem Verständnis weiter an. Gearbeitet werden muss an der Spannung selbst, an der Faszie und an der Versorgung der Wange – mit den Händen, nicht mit Training.

Wie schnell sieht man etwas?

Was sich nach der ersten Behandlung im Gewebe verändert, siehst du im Spiegel. Was bleibt, hängt an der Regelmäßigkeit und am Alterungstyp. Wir versprechen kein Ergebnis in Zentimetern – wir arbeiten an der Ursache und zeigen dir, wie du dranbleibst.

Kann ich die Wange selbst behandeln?

Ja, dafür ist der Hauskurs da. Du lernst zuerst, dein Gesicht zu lesen – welcher Alterungstyp, wo die Spannung sitzt –, und dann die Griffe für das mittlere Gesichtsdrittel an dir selbst, mit Spiegel und deinen Händen.

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